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agricultural policy

imenica

1. Agrarpolitik

ženski rod

Staatl. Maßnahmen im Hinblick auf die Landwirtschaft, sowohl auf sozialem (Erhaltung eines selbständigen Bauernstands) als auch auf rein wirtschaftl. Gebiet (Sicherung der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, Sicherung gerechter Preise u. a.); Mittel der A.: Saatenkontrolle, Bodenmelioration, Flurbereinigung, Körung von Zuchttieren, Preisgestaltung, Agrarschutzzölle u. a.
alle politischen, wirtschaftlichen und juristischen Maßnahmen, mit denen der Staat auf die Entwicklung der Land-, Forst- und Fischwirtschaft einwirkt, werden unter dem Begriff der Agrarpolitik zusammengefaßt. Für sie war in der DDR und ist in der Bundesrepublik ein eigenes Ministerium zuständig. Hauptfelder der Agrarpolitik sind: Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung; Gestaltung des Agrarmarkts nach Absatz, Preisen, Mengen und Qualität der Produkte; Regelung des Einkommens der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen und ihre soziale Sicherung; Verbesserung der Agrarstruktur durch Flurbereinigung, Beratung, Weiterbildung, Ausgleich natürlicher Nachteile, Modernisierung, Bildung von Genossenschaften u.a.; Umweltschutz durch Verminderung des Chemikalieneinsatzes, Regelung der Entsorgung (z.B. Gülle), Erhalt von Hecken, Rückbau begradigter Gewässer, Flächenstillegung u.a.; Gestaltung der internationalen Agrarbeziehungen (Ex- und Import von landwirtschaftlichen Produkten).
Gesamtheit der staatl. Maßnahmen zur Regelung des landwirtschaftl. Sektors in sozialer wir ökonom. Hinsicht, Hauptinstrumente sind u.a. Bodenrecht, Beeinflußung von Preisen und Produktion durch Subventionen und steuerl. Anreize, Umweltauflagen, Ausbau der Infrastruktur, Zollbestimmungen.
In den Jahren unmittelbar nach dem Krieg ging es zunächst nur um Steigerung der Agrarproduktion zur Versorgung der Bevölkerung. Die größte Not war nach einem Jahrfünft behoben, strukturelle und soziale Probleme traten in den Vordergrund, die in der Bundesrepublik besonders drängend wurden nach Bildung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, 1958), die eine Agrarunion aller Mitgliedsstaaten anstrebt. Im hochindustrialisierten Westdeutschland bedeutete das vor allem für die landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe oft das Aus, die Anzahl der Höfe ging drastisch zurück (1949: 1.65 Mio., 1993: 570,000), die Einkommensentwicklung der verbleibenden Betriebe hielt mit der in anderen Wirtschaftszweigen nicht Schritt. Das ließ sich sozial nur durch erhebliche Finanzhilfen (1993: 30.5 Mrd. DM) abfangen. Zudem kam es in der Gemeinschaft zu Überproduktionen, die entweder mit erheblichen Verlusten auf dem Weltmarkt verkauft oder aber vernichtet werden mußten (über 50 % des EU-Haushalts von 199
In der DDR führte ideologischer Druck zum völligen Umbau des Agrarsystems: Zunächst wurde mit der Parole 'Junkerland in Bauernhand' der Großgrundbesitz und der Besitz von tatsächlichen oder angeblichen 'Naziaktivisten und Kriegsverbrechern' enteignet. Dann folgte eine Welle der Kollektivierung, die zur Bildung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) oder Volkseigenen Gütern (VEG) führte. Man wollte der Produktivität durch Einführung industrieller Methoden in die Landwirtschaft steigern: Riesenflächen wurden zusammengelegt, Mastkombinate übernahmen die Fleischproduktion, Maschinen-Traktoren-Stationen erhöhten den Mechanisierungsgrad. Dennoch erreichte die DDR-Landwirtschaft nie 'Westniveau', sondern richtete noch erheblich schwerere Umweltschäden an als die der Bundesrepublik. Hohe Kosten für Transportleistungen, personelle Überbesetzung, Reibungsverluste der Planwirtschaft und Verschlechterung der Böden ließen zudem die Rentabilität immer weiter sinken.

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